Heath Ledger postum mit Oscar ausgezeichnet

Natürlich finde ich es nachvollziehbar, dass Mr. Ledger postum den Oscar für die beste Nebenrolle (als „Joker“ in „The Dark Knight“) bekommen hat. Dass er die Rolle brillant gespielt hat, steht ausser Frage. Ich finde es lediglich merkwürdig, dass er in den 13 Monaten nach seinem Tode mehr Nominierungen und Auszeichnungen erhielt als zu Lebzeiten (16 zu 13).

Trotzdem:

Es sei Dir gegönnt, Heath.

Wie es (nicht) geht…

Nehmen wir einmal an, es gibt da einen Fußball-Verein in Deutschland, dessen Mitglieder in der Fanszene gerne als verrückt bezeichnet werden oder, wie Reiner Calmund es ausdrücken würde „positiv Bekloppte“.
Dieser Verein, nennen wir ihn einfach mal 1. FC Köln, hat mittlerweile zwar seinen Messias, aber was fehlt ist der verloren gegangene Sohn, der Prinz, seine Heiligkeit Lukas Podolski I.

Nachdem die zweijährige Verbannung in die undankbare Zweite Liga ein verdientes, wenn auch glückliches Ende gefunden hat, werden die Rufe nach dem Prinzen immer lauter. Zum einen deshalb, weil viele davon überzeugt sind, dass der Prinz eine echte Verstärkung im Kampf um den Klassenerhalt wäre. Zum anderen, weil zwischen Saisonende und Beginn der Europameisterschaft satte 3 Wochen liegen, die es zu überbrücken gilt.

Schon seit Monaten geistert in der virtuellen Heimat dieser „positiv Bekloppten“, dem Forum des 1. FC Köln, die Frage herum, ob der Prinz nicht vielleicht zurückkäme, schliesslich sei er unzufrieden und nur zweite Wahl im Land des Wurstfabrikanten Ulli H.
Irgendwann im Laufe der Monate kommen vereinzelte Benutzer des Forums auf die Idee, dass man ja für die Rückkehr des Prinzen einen kleinen Obolus leisten könne, damit der Verein nicht allzu tief in die Tasche greifen muss, beziehungsweise um die Rückkehr finanziell überhaupt erst möglich zu machen.
Einer dieser Benutzer ist nun besonders angetan von der Vorstellung, den Prinzen wieder im Trikot des richtigen Vereins zu sehen. Da ihm Fotomontagen und alte Aufzeichnungen irgendwann nicht mehr reichen, eröffnet er den „Ich würde für Lukas‘ Rückkehr zahlen-Thread“ um dort in Erfahrung zu bringen, ob man nicht vielleicht einen Betrag zusammenkratzen könnte, der diesen Traum der Realität ein wenig näher bringt.

Bereits wenige Stunden nach Eröffnung dieses besagten Threads haben die Forumsmitglieder unverbindlich mehrere tausend Euro Unterstützung zusammengetragen. So erscheint die ganze Aktion plötzlich nicht mehr als Hirngespinst sondern als wirkliche Option. Schnell kommen wirklich gute Ideen zusammen, vom Euro mehr pro Kasten Bier des Hauptsponsors über prominente Fans des 1. FC Köln bis zur Homepage à la „The Million Dollar Homepage“, auf der Werbeflächen für Sponsoren und Fans in Pixeleinheiten verkauft werden.
Auch hinter den Kulissen beraten sich die Benutzer, welches Konzept am besten wäre, was man beachten muss bezüglich der Steuern, wessen Berühmtheiten einen wohl unterstützen könnten und so weiter. Die ehemals fixe Idee ist auf dem besten Wege, zu einem ausgereiften Plan zu werden, der dann auch ausgeführt werden soll.

So weit, so gut.

Doch irgendwie scheint jemand von der Aktion Wind bekommen zu haben (was anhand der Tatsache, dass der Großteil in einem Forum geplant/diskutiert wurde, welches jedermann zugänglich ist, auch nicht verwunderlich ist), vermutlich gefällt ihm diese Idee gut, vielleicht, ja vielleicht ist er sogar auch einer der „positiv Bekloppten“. Nun sieht dieser jemand, nennen wir ihn aus Datenschutzgründen einfach MB, dass der „P-Plan“ (Daum über die Möglichkeit, Podolski zu verpflichten) im Forum bereits relativ große Wellen schlägt.
Jedoch ist nicht er derjenige, der auf die Idee gekommen ist. Im Falle eines erfolreichenTransfers entgingen ihm also die berühmten „15 Minuten Ruhm“.

Kurzentschlossen gründet er in einer Online-Community eine Gruppe, die das gleiche Ziel verfolgt. Schnell finden sich viele Mitglieder, die dieser Gruppe beitreten. Daran, nachzufragen, wer denn nun wirklich bereit wäre, Geld auszugeben, denkt man nicht.
Doch damit nicht genug. MB meldet sich bei der regionalen Boulevardpresse und berichtet stolz von „seiner“ Idee. Diese springt begeistert auf den Zug auf (bis zur EM dauert es ja immerhin noch fast eine Woche und Transfers, über die man berichten könnte, zeichnen sich auch nicht ab) und berichtet über MB und seine Gruppe.

Nun weiss also die Allgemeinheit auch Bescheid. Der Haken ist jedoch, dass es abgesehen von einem (unübersichtlichen) Internetauftritt in Form einer Gruppe in einer Community, in die man erst eingeladen werden muss, die also nicht auf einfachem Wege jedem zugänglich ist, keine Anhaltspunkte gibt. Weder gibt es eine Homepage, noch sind steuerrechtliche Aspekte geklärt oder ein entsprechendes Konto eröffnet. Was mit dem gespendeten Geld geschieht, falls der Transfer nicht zustande kommt, ist auch noch nicht bedacht.

Bildlich ausgedrückt hat MB den Bären verkauft, bevor er ihn geschossen hat.

Getrieben vom Wunsch, derjenige sein zu können, der die Rückkehr von Lukas Podolski ermöglichte, hat er der ganzen Aktion einen unwiderruflichen Schaden hinzugefügt, Anfragen nach der Kontonummer und einer Homepage können aufgrund der Tatsache, dass beides (noch) nicht vorhanden ist, nicht beantwortet werden.

Ein Dank an dieser Stelle an den Express, der schneller und heftiger reagierte als ein Teenager beim ersten Mal…

…to be continued…

Fans fordern: Lukas Podolski zurück zum 1. FC Köln

4 mal „Spieler des Monats“, 8 mal „Torschütze des Monats“, bester junger Spieler der WM 2006, 3. Platz bei der Wahl zum weltbesten Fußballspieler unter 21 Jahren 2005.

Eine eindrucksvolle Vita persönlicher Höchstleistungen, der Mann der dahinter steckt: der 22-jährige Lukas Podolski (aktuell beim FC Bayern München unter Vertrag).

Vollbracht hat Lukas diese Leistungen zu Zeiten, in denen er noch beim 1. FC Köln unter Vertrag stand (1995-2006, davon November 2003 bis Juni 2006 als Profi). Nach seinem Wechsel zu den Bayern ließ seine Leistung stark nach, zugute halten muss man ihm hierbei jedoch die Tatsache, dass er nie wirklich die Gelegenheit bekam, sich über eine längere Zeit als Stammspieler zu etablieren.
Zwar wurde er 2007 Ligapokalsieger und gewann mit den Bayern 2008 sowohl die deutsche Meisterschaft als auch den DFB-Pokal, doch die Stammplätze im Sturm gehörten Miroslav Klose und dem überragenden Luca Toni.

Bereits in der Winterpause kamen die ersten Gerüchte über ein Leihgeschäft auf, leider blieb es bei den Gerüchten und die Hoffnungen der zahlreichen FC-Fans wurden nicht erfüllt.

Nun ist die Diskussion wieder aktuell, Gründe hierfür:

- Lukas‘ Liebeserklärung an das Maskottchen des 1. FC Köln, Geißbock Hennes VII. während der Meisterschaftsfeier des FC Bayern („Hennes, wir lieben dich“),

- Die Tatsache, dass sich Lukas Podolski nach Berichten mehrer Zeitungen selber noch nicht sicher ist, ob er in der nächsten Saison beim FC Bayern unter dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann spielen wird,

- ein Bericht des Kölner „Express“(„Daum träumt von Poldi“), in dem FC-Trainer Christoph Daum auf die Frage nach einer Verpflichtung des gebürtigen Bergheimers antwortete:

„Aber: Gibt es für uns eine Möglichkeit, diskutieren wir den P-Plan. Wenn es einen Lukas gibt, der von Bayern die Freigabe erhält, dann bin ich mir sicher, dass es hier externe Leute gibt, die uns unterstützen, die ihn finanzieren können. Wir wissen auch, dass uns ein Nationalspieler und Imageträger wie er nicht nur sportlich neue Möglichkeiten eröffnen würde.“
Quelle: Homepage des Kölner Express

Dagegen spricht u.a. die Offizielle Stellungsnahme des 1. FC Köln:

„Das Thema Lukas Podolski ist für den Verein im Moment keines, da es für den 1. FC Köln finanziell nicht machbar und unrealistisch ist. Das kann der Verein finanziell nicht stemmen. Dazu würde der 1. FC Köln einen Investor benötigen, den es aktuell nicht gibt. Zudem beachtet der 1. FC Köln die Spielregeln und wird sie einhalten. Vom 1. FC Köln wird in dieser Angelegenheit keine Aktivität ausgehen.“
Quelle: Homepage des 1. FC Köln

Auch ohne das Ganze durch die Brille eines Fans des 1. FC Köln zu betrachten lässt sich diese Stelllungnahme wie folgt interpretieren:

„Lukas Podolski ist für uns immer ein Thema, momentan fehlt uns aber das Geld. Wir benötigen einen finanzstarken Investor, Interessierte bitte melden.“

Als Investor sähen viele Fans wohl gerne die Formel1-Legende Michael Schumacher aus Kerpen bei Köln, seines Zeichens Fan des 1. FC Köln. Und auch die Fans selber würden für eine Verpflichtung des 46-fachen Nationalspielers zum Teil tief in die Tasche greifen, innerhalb von weniger als 24 Stunden meldeten sich dutzende FC-Fans im Forum des 1. FC Köln und bieten bereits mehr als 19.000€ „Unterstützung“.

Unklar ist jedoch, ob der Wunsch der zahlreichen Anhänger nicht auch dieses Mal nicht in Erfüllung gehen wird, denn bereits während der WM 2006 setzte Jürgen Klinsmann auf Lukas Podolski.

Bleibt nur noch zu sagen: Meier, übernehmen Sie!